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Das Absetzen verläuft reibungsloser, wenn die Ferkel mit der Sau mitfressen

Von 2. Oktober 202326. August 2024Keine Kommentare

Quelle: „Boerderij“ – Anne-Marie van der Linde

Die Bodenfütterung ist nicht optimal

Ferkel müssen bereits vor dem Absetzen ausreichend Futter zu sich nehmen. Livar entschied sich auf dem neuen Zuchtbetrieb dafür, die Ferkel gemeinsam mit der Sau fressen zu lassen.

Um die Ferkel vor dem Absetzen so gut wie möglich zum Fressen zu animieren, suchte Betriebsleiter Rik Verheijen nach Alternativen zu herkömmlichen Fütterungssystemen. Auf dem Zuchtbetrieb bei Abtei Lilbosch Die Sauen werden über den Boden gefüttert. Auf diese Weise lernen die Ferkel schon früh, gemeinsam mit ihrer Mutter zu fressen.
Doch die Bodenfütterung erweist sich als nicht optimal, wie Verheijen feststellt: „Schweine sind keine ordentlichen Fresser. Bei der Bodenfütterung verteilen sie das Futter zu sehr im Stall und im Stroh. Bei frischem Futter geht das noch, aber nach ein paar Stunden fressen sie die Pellets nicht mehr aus dem Stroh heraus. Dafür ist das Futter einfach zu teuer.“ Grund genug, nach einer anderen Lösung für den neuen Zuchtbetrieb zu suchen.

Futtertrog für Sauen und Ferkel

Da der neue Ferkelstall als Ferkelaufzuchtstall konzipiert wurde, musste ein Futtertrog her, mit dem sowohl die Sau als auch die Ferkel nach dem Absetzen zurechtkommen. Schon bald kam der sogenannte KZB Family Feeder von Verba im Bild. Die Mulde dieses Futtertrogs ist besonders niedrig, damit junge, neugierige Ferkel schon früh mit Festfutter in Kontakt kommen können. „Nach etwa fünf Tagen stecken die ersten Ferkel ihre Nasen in den Trog, und wenn sie zwei bis drei Wochen alt sind, fressen sie schon richtig mit der Sau mit“, berichtet Verheijen, während nun die zweite Runde der Sauen im Stall liegt.

Der Geruch der Sau

Der Futtertrog unter dem KZB Family Feeder ist groß genug, sodass mehrere Ferkel gleichzeitig mit der Sau fressen können. Zunächst nehmen die Ferkel vor allem das Trockenfutter auf, das die Sau aus dem Maul fallen lässt. Der Geruch der Sau macht das Futter interessant, sodass sie gerne daran knabbern. Auch die Anordnung des Futterspalters an der Trennwand des Ferkelnests trägt dazu bei, dass junge Ferkel schon bald ihrer fressenden Mutter zuschauen.
Um sicherzustellen, dass die Sauen und Ferkel den ganzen Tag über möglichst frisches Futter erhalten, wird dreimal täglich gefüttert. Morgens überprüfen Verheijen und seine Mitarbeiter die Futteraufnahme der Sauen und passen die Portionen gegebenenfalls an. Mittags und abends erfolgt die Futterausgabe automatisch. Vierzehn Tage nach dem Abferkeln erreichen die Sauen den Höchstwert der Futtermenge und bleiben vier Wochen lang bei dieser maximalen Futtermenge.

KZB Family Feeder auch für die Zeit nach dem Absetzen

Der Futtertrog ist so gestaltet, dass die Ferkel ihn auch nach dem Absetzen weiterhin nutzen. Über dem Futtertrog hängt ein Dosierer, über dem sich zwei Futterleitungen für Sauenfutter befinden: eine für Prelacto-Futter und einen für Milchfutter. Verheijen entschied sich für einen Dosierer, um die Sauen so präzise wie möglich füttern zu können. Darüber hinaus verlaufen zwei weitere Rohre für Ferkelfutter, das nicht nur in den Family Feeder, sondern auch in einen separaten Futtertrog für die Ferkel geleitet wird. Dieser Futtertrog befindet sich hinter der Trennwand im Ferkelstall, sodass die Sau keinen Zugang dazu hat. Nach dem Absetzen wird die Zufuhr des KZB Family Feeders von Sauenfutter auf Ferkelfutter umgestellt. Im Gegensatz zum Sauenfutter gelangt das Ferkelfutter direkt in den Futtertrog. Die Ferkel erhalten unbegrenzt Futter.

Der Futterautomat für die Ferkel ist ein Ferkelfutterautomat den Verheijen selbst so angepasst hat, dass der Futtertrog auch für die Fütterung älterer Ferkel geeignet ist. Die Ferkel erhalten zu Beginn zunächst Milchmehl und Ferkelpellets in ihrem Futterautomaten. Die richtige Futterzufuhr muss laut Verheijen noch gefunden werden: „Feuchtes Futter und Stroh sind keine gute Kombination. Wir testen gerade intensiv, was für die Ferkel gut ist und mit unserer Haltungsform funktioniert.“ Nach dem Absetzen wird der Dosierer geschlossen und das Ferkelfutter gelangt direkt in den Familyfeeder. Die Ferkel sind bereits daran gewöhnt, dass es in diesem Trog etwas zu holen gibt, und haben sich gut an das Ferkelfutter gewöhnt. Auf diese Weise stehen den Ferkeln zwei zusätzliche Futterstellen zur Verfügung. Der Pigletfeeder bietet in den ersten Wochen ausreichend Fressplatz für zwei Ferkel, aber nach dem Absetzen kann jeweils nur noch ein Ferkel an den Trog. Zusammen reichen die drei Fressplätze für die aufwachende Ferkelgruppe aus.

Kein Speendip

Weil Livar 3 Sterne „Beter Leven“ werden die Ferkel erst nach 42 Tagen abgesetzt. Der große Vorteil des Abstillens erst im Alter von sechs Wochen besteht darin, dass es zu keinem Absetz-Einbruch kommt. „Die Ferkel trinken von selbst weniger Milch und nehmen Festfutter auf. Wenn wir sie entwöhnen, sind sie wirklich bereit für ausschließlich Festfutter. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie danach noch sechs Wochen in den Ställen bleiben, sodass es auch keinen Stress durch das Umsetzen rund um die Entwöhnung gibt“, erklärt der Betriebsleiter. Zwei bis drei Wochen nach dem Absetzen wird der Ferkelstall geschlossen und sie müssen vollständig vom Familyfeeder gefüttert werden. „Dann stellen wir auch das Futter um“, erzählt Verheijen. „Dann wird der Ferkelstall geschlossen. Im Alter von etwa acht Wochen haben sie diese Umstellung schnell verinnerlicht und leiden auch weniger darunter, wenn sie einen Tag lang etwas weniger fressen. Sie wachsen gut weiter: Wenn sie mit 12 Wochen von hier weggehen, wiegen sie etwa 35 Kilo.“

KZB-Familien-Futterautomat für Sauen mit Ferkeln im Bio-Stall