Quelle: Schweine/Jos Thelosen
Wir werden von Van Sambeek auf dem deutschen Sauenbetrieb der Familie Niemann empfangen. „Seit 2014 verfügt dieser fortschrittliche Sauenhalter über einen Stall mit Abferkel- und Aufzuchtboxen mit Freilaufmöglichkeiten. Diese Arbeitsweise hat Niemann sehr gut gefallen“, erzählt der Verba-Vertriebsleiter. „Die höheren Kosten aufgrund der zusätzlichen Bodenfläche – die Boxen sind jeweils 6 Quadratmeter groß – macht er durch bessere Produktionsergebnisse und Einsparungen beim Arbeitsaufwand wieder wett. Dazu gehört, dass die Ferkel nicht mehr umgesiedelt werden müssen und die Reinigung und Desinfektion seltener erforderlich sind. Außerdem sind keine Investitionen in Räumlichkeiten für die Ferkelaufzucht erforderlich“, erklärt Van Sambeek.
Als der deutsche Sauenhalter die Anzahl der Freilauf-Abferkelboxen um 140 Stück erweitern wollte, wurde allmählich klar, dass die neuen deutschen Tierschutzanforderungen strenger ausfallen würden als die 6 Quadratmeter. Gemeinsam mit seinem Stallbauer informierte er sich über die Möglichkeiten und entschied sich für 7,1 Quadratmeter pro Box. „In der Vorbereitungsphase entdeckte Niemann die KZB-Familienfuttertrog. „Der Fachmann erkannte sofort die Vorteile, wenn die Sau und ihre Ferkel gemeinsam aus einem Futtertrog fressen können“, erklärt Van Sambeek. „Deshalb fragte er im Herbst 2021, ob er zwei Tröge mit einer Fressbreite von 40 Zentimetern auf seinem eigenen Betrieb testen dürfe.“ In zwei Ställen wurden die normalen Futtertröge durch die KZB-Familienfuttertröge ersetzt. „Was dem Sauenhalter sofort auffiel, war der Unterschied im Verhalten der Sauen und der Ferkel in diesen beiden Testställen“, so Van Sambeek. „Da die Sauen selbst bestimmen konnten, wann und wie viel Futter sie zu sich nehmen wollten, strahlten sie eine gewisse Ruhe aus. Sie produzierten mehr Milch und waren geselliger, da sie gemeinsam mit ihren Ferkeln aus demselben Futtertrog fressen und trinken konnten. Dadurch wurden mehr Ferkel entwöhnt, die zudem eine bessere Qualität aufwiesen.“ Auch in der Aufzuchtphase stellte Niemann fest, dass die Ferkel in den KZB-Testställen bessere Leistungen zeigten. „Nachdem die Muttersauen entwöhnt worden waren, konnten die entwöhnten Ferkel in diesen beiden Ställen ungestört weiterwachsen. Sie waren daran gewöhnt, aus dem Familienfuttertrog zu fressen, in dem ab diesem Zeitpunkt Entwöhnungsfutter im Vorratsbehälter bereitstand“, erklärt Van Sambeek. „In den Abferkel-Aufzuchtställen mit Trögen hatten mehr Ferkel Schwierigkeiten, sich an die Situation zu gewöhnen. Dadurch kam es zu Wachstumsunterschieden.“
VOLLSTÄNDIG ÜBERSTAG
Nach einer Testrunde war der deutsche Sauenhalter vollkommen überzeugt. Trotz der nicht gerade rosigen Lage in der Schweinehaltung entschied er sich dennoch für eine Investition. Van Sambeek: „Alle 160 Futtertröge in den Freilauf-Abferkelbuchten wurden rücksichtslos ausgetauscht, weil der unmittelbar zu erzielende Gewinn so groß war.“ Niemann erzielt eine um 3 Prozent höhere Ferkelüberlebensrate bis zum Absetzen und eine um 0,1 günstigere Futterverwertung bei den Ferkeln in der Phase vom Absetzen bis zu 30 Kilogramm, teilt Van Sambeek mit. „Der Sauenausfall ist um 3,5 Prozent geringer. Die Sauen sind fitter, weisen eine bessere Darmgesundheit auf, nehmen in der Abferkelphase durchschnittlich 1 Kilogramm Futter pro Tag weniger auf und zeigen eine bessere Leistung.“ Der neue Abferkelstall, den Niemann im Mai 2022 in Betrieb genommen hat, ist ebenfalls mit KZB-Familienfuttertrögen ausgestattet. „In jedem Abferkelbereich wird in einer Oase der Ruhe gearbeitet.“ Van Sambeek belegt dies, indem er einen Abferkelstall betritt, in dem eine Sau ihre Ferkel säugt. „Sie schaut nicht einmal auf. Unbeeindruckt machen die Schweine einfach weiter, womit sie gerade beschäftigt sind.“
„KZB“ BIG SCHNEIDET BESSER AB
3 Prozent mehr Ferkel werden abgesetzt, wenn sie in Aufzuchtboxen mit KZB-Familienfuttertrögen statt mit Futtertrögen geboren werden. Bei einem Absetzen im Alter von 28 Tagen wiegt ein „KZB-Ferkel“
durchschnittlich 7,1 Kilo, fast 1 Kilo mehr als ein „Trogferkel“. Mit einer einzigen Futtersorte in den KZB-Futtertrögen wächst ein Ferkel in 47 Tagen auf 31,2 Kilogramm bei einer Futterverwertung von 1,56. Früher waren vier verschiedene Ferkelfuttermittel erforderlich, und die Futterverwertung lag bei 1,66.







